Kernel & Scheduler
CachyOS bringt einen eigenen, für Desktop/Gaming vorkonfigurierten Kernel mit (Varianten wie linux-cachyos-bore mit dem BORE-Scheduler). Auf reinem Arch geht der gleiche Weg über das chaotic-aur-Repo oder manuell gebaute Kernel. Der Scheduler-Wechsel ist meist der Hebel mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis – deutlich vor Governor-Basteleien.
Komprimierter RAM-Swap fängt kurze Speicherspitzen ab, ohne auf die SSD zu warten. Auf 32 GB+ Systemen reicht meist die Hälfte des RAMs als ZRAM-Größe, nicht 100 %:
CPU-Governor dem richtigen Dienst überlassen
Viele Tuning-Skripte setzen den Governor per Schleife direkt in /sys/…/scaling_governor. Das Problem: sobald power-profiles-daemon (Standard auf den meisten Desktop-Distros) oder tuned läuft, wird diese Änderung beim nächsten Profilwechsel oder Neustart kommentarlos überschrieben – man tunt gegen den eigenen Dienst.
Läuft power-profiles-daemon, sollte kein zweites Tool (eigenes Skript, cpupower-Service, TLP) parallel am Governor drehen. Zwei Verwalter für dieselbe Einstellung ist die häufigste Ursache für „die Einstellung hält nicht".
Wine & Proton: die drei Dinge, die wirklich zählen
GameMode schaltet während des Spiels temporär auf Performance-Prioritäten, MangoHud zeigt, ob überhaupt etwas ankommt, Esync/Fsync entlasten die Synchronisation zwischen Windows- und Linux-Threads.
Startoption pro Spiel in Steam (Eigenschaften → Startoptionen):
Wer mit MangoHud ein FPS-Limit setzt, sollte das In-Game-Limit ausschalten. Zwei Limiter mit leicht unterschiedlichem Zielwert erzeugen unruhige Frametimes, die dann fälschlich anderen Ursachen zugeschrieben werden.
DXVK-Feintuning pro Spiel
DXVK liest eine dxvk.conf im selben Ordner wie die Spiel-.exe. Statt einer globalen Wundertüte an Optionen lohnt sich meist genau ein Flag – die interne Latenz-Reduzierung, die inzwischen Teil von DXVK selbst ist:
dxgi.nvapiHack = False nur dann setzen, wenn ein NVAPI-Workaround (z. B. für DLSS-Erkennung) Probleme macht – der Standardwert True ist für die meisten Spiele richtig.
Netzwerk: BBR als Congestion-Control
Senkt Latenzspitzen bei Downloads und Matchmaking-Verbindungen, ist unproblematisch und auf den meisten modernen Kerneln bereits als Modul vorhanden:
Firewall: Ports automatisch freigeben
Statt jeden Port für jeden Launcher von Hand zu suchen, erkennt dieses Skript installierte Launcher (Steam, Battle.net, Epic, Xbox, Star Citizen) und öffnet nur deren offizielle Portlisten über UFW.
Der Befehl setzt ufw default deny incoming und aktiviert UFW. Wer schon eigene UFW-Regeln hat (z. B. für SSH von außerhalb), vorher mit sudo ufw status numbered prüfen, was aktuell offen ist.
Fallstricke aus alten Tuning-Skripten
grubbyexistiert nicht. Viele ältere Anleitungen setzen Kernel-Parameter mitgrubby --update-kernel=ALL– auf Arch/CachyOS ist das Tool schlicht nicht installiert. Kernel-Parameter gehören in/etc/default/grub(GRUB_CMDLINE_LINUX_DEFAULT) gefolgt vonsudo grub-mkconfig -o /boot/grub/grub.cfg, oder komfortabler über einen Kernel-Manager.- Bluetooth/CUPS pauschal deaktivieren. Steht in manchen „Aufräum"-Skripten als Performance-Tipp. Wer einen Controller per Bluetooth koppelt oder gelegentlich druckt, verliert damit ungefragt eine Funktion – nur deaktivieren, was man wirklich nicht braucht.
- Governor-Schleife gegen power-profiles-daemon. Siehe Schritt 2 – zwei Verwalter für dieselbe Einstellung ist Zeitverschwendung.
- Mitigations doppelt oder über den falschen Mechanismus setzen.
cat /proc/cmdlinezeigt, was aktuell aktiv ist – vor jeder erneuten Änderung erst prüfen, ob sie überhaupt nötig ist. - Skripte, die stumpf alles installieren. Ein Skript ohne Prüfung des Ist-Zustands installiert und überschreibt Konfiguration, auch wenn sie schon passend gesetzt ist. Vor jedem Lauf kurz gegenlesen, was er tatsächlich tut, statt ihn blind mit
sudoauszuführen.